Partnerkapelle Mautern

Ortsgeschichte von Mautern

Die erste Erwähnung von Mautern finden wir in einer Schenkungsurkunde im Jahre 1145; ursprünglich als Mutaren bezeichnet, was soviel wie bei den Mautleuten heißt.

Schon 1187 wird die Pfarrkirche genannt. Ab 1210 ist Mautern Pfarre.

In den Jahren 1322 bis 1575 ist Mautern Sitz von Pröpsten , der „Schwarzenberger Hof“ ist deren Sitz.

Die Türken ziehen raubend und brandschatzend 1480 durch das Liesingtal. Auch in Mautern werden das Schloss Ehrnau, die Pfarrkirche und andere Objekte zum Teil zerstört, zum Teil arg in Mitleidenschaft gezogen.

1633 erhebt Kaiser Ferdinand am 20. Oktober auf Bitten des Freiherrn von Breuner, der seinen Sitz auf Schloss Ehrnau hatte, Mautern  zu einem Markt und verleiht demselben ein Wappen. Es stellt in goldenem Schild einen rechtsgewandten wohl naturfarbenen Biber dar.

1669 wird ein Franziskanerkloster gebaut, das in den Jahren 1826 – 1972 von den Redemptoristen bewohnt wird. Auch eine philosophisch-theologische Fakultät ist über 100 Jahre in diesem Hause untergebracht.

In den Jahre 1700 bis 1965  wird in Mautern Talk = Federweiß abgebaut. Dieser Bergbau verleiht dem Ort Wohlstand.

Kaiserin Maria Theresia stiftet 1740 in der Pfarrkirche einen Altar, wo das „Wundertätige Kreuz“ verehrt wird. Die Kaiserin erkrankte schwer. Im Traum sah sie das Bild des „wundertätigen Kreuzes“. Eine Kammerdienerin hatte dieses Bildchen in einem Gebetbuch. Auf Fürbitten zum „wundertätigen Kreuz“ genas die Kaiserin.

Von 1800 bis 1805 wird Mautern und das Umland ständig von den Franzosen besetzt, die enorme Abgaben verlangen.

Mautern war für einige Jahrzehnte auch Sitz eines Bezirksgerichtes, eines Steueramtes, eines Bezirksschulrates u.a.m.

Schon 1911  wird in einem Kraftwerk an der Liesing elektrischer Strom für den Ort erzeugt, 1912 ein Teil des Ortes mit Telefonanschlüssen versorgt.1947 wird ein Tonkino errichtet.

1966 wird der erste große Schilift aufgestellt; 1968 das erste Hirschgatter, das mit einem Sessellift erreicht wird; 1979 die erste steirische Sommerrodelbahn eröffnet

Es folgen zahlreiche Gehege für Wildtiere u.a. für Wölfe, Luchse und Bären, sowie eine Greifvogel – Flugschau. Heute zählt dieser Erlebnispark mit über 100.000 Besuchern zu den Tourismus Attraktionen.

Ortsmusikkapelle Mautern

In der Steiermark zeigt sich in den Jahren 1870 bis 1880 eine wesentliche Gründungsphase im Blasmusikbereich. Auch in Mautern gibt es ab dem Jahr 1871 ein gemeinsames Musizieren in einer Blaskapelle – zwei Schriftstücke beweisen dies.

Herr Georg Führer, der 1882 der Musikkapelle Mautern beigetreten ist, nennt  die Namen der Kapellmeister seit dem Jahre 1871. Andererseits finden wir in der von Pfarrer P. Wilfried Linkenseder verfassten Pfarrchronik eine Inventaraufnahme der Musikalien und Instrumente aus dem Jahre 1878  ( 1C-, 2 B-, 1 Es-Klarinette, 1 alte Flöte, 1 neue Flöte, 4 Trompeten, 1 Flügelhorn, 2 Waldhörner, sowie ein Bombardon).
Genauere Aufzeichnungen über das Musikgeschehen, Protokolle über Generalversammlungen sind aber erst seit dem Jahre 1926 vorhanden.

Das älteste Foto, auf dem die Musiker der Ortsmusikkapelle abgebildet sind, stammt aus dem Jahre 1904.

 

Die Zahl der Zusammenkünfte der Musiker/Innen ist groß, rund 50 Ausrückungen und 60 Proben werden jährlich verzeichnet. Rund 20% der Ausrückungen sind Veranstaltungen „in eigener Sache“, 80% fallen auf Öffentlichkeitsarbeit.

Die Musik spielt,  wenn Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens begrüßt werden, wenn Bauten ihrer Bestimmung übergeben werden, wenn diverseste Veranstaltungen (Sport, Tourismus, Kultur, Vereine und Einatzorganisationen) durchgeführt werden.

 

Kirchliche Feste wurden und werden musikalisch umrahmt: Prozessionen am Palmsonntag, zu Ostern (Auferstehung) oder zu Fronleichnam, die Festtage der verschiedenen Berufsgruppen. So wurde mit Gottesdienst und Tanz das Fest des hl. Klemens, des Schutzpatrons der Holzknechte begangen, das Fest der hl. Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, die Hubertusfeier und auch heute noch wird beim Fest des hl. Florian, des Schutzpatrons der Feuerwehr gespielt. Seit dem Ende des 2. Weltkrieges wird eine Gelöbniswallfahrt zum Liesingkreuz bei Unterwald veranstaltet. Die Helferinnen und Helfer des Roten Kreuzes der Ortsstelle Mautern feiern im Oktober jeden Jahres einen Dankgottesdienst. Bei einem Gedenkgottesdienst wird der verstorbenen Musiker und Mitglieder gedacht. Die Gottesdienste werden musikalisch umrahmt.

Seit dem Jahre 1973 besteht in Mautern ein äußerst gutes Zusammenarbeiten der Vereine und Einsatzorganisationen. Gemeinsam treten sie auf beim Erntedankfest, beim Totengedenken am Vorabend des Allerheiligentages, beim Gottesdienst am Nationalfeiertag.

Viele Mitbürger werden mit Trauerklängen auf ihrem letzten irdischen Weg von der Aufbahrungshalle zur Kirche und zum Friedhof begleitet.

Zahlreich sind aber auch die Ausrückungen anlässlich eines Geburtstages eines unterstützenden Mitglieds. Ein besonderer Anlass ist, wenn ein(e) Musiker/in den Bund fürs Leben schließt. Nach altem Brauch wird früh morgens die Braut aufgeweckt, bei der Trauungsfeier wird gespielt und natürlich darf das „Absperren“ nicht fehlen, wo die Jugendsünden öffentlich „aufgedeckt“ werden.

Bei den großen Almabtrieben in den Jahren 1947 – 1951 war die Ortsmusikkapelle dabei und sie wirkt auch seit der Neuorganisation dieses Brauchtums wieder mit. Großer Beliebtheit erfreuten sich die Musikerbälle in den „Maiersälen“, die zum Höhepunkt des Mauterner Faschings zählten und bei denen die Blasmusik zum Tanz aufspielte. In der Folge wirkt die Kapelle bei allen Faschingsumzügen mit, ob als Indianer, Wildschützen, als Weiber oder Scheichs verkleidet, immer versuchen die Musiker ihren Beitrag zur Gemeinschaftspflege zu leisten.

Seit dem Jahre 1966 werden die „Bunten Abende“ von der Bevölkerung sehr gerne besucht, ab dem Jahr 1976 wurden sogar zwei Veranstaltungen (15 Uhr und 20 Uhr) durchgeführt.1993 wurde der Turnsaal für diverse Kulturveranstaltungen geöffnet, somit können die rund  500 interessierten Besucher bei einer Veranstaltung Platz finden. Freunde der Ortsmusikkapelle erfreuen sich der Weisen, die von der traditionellen bis zur modernen Musik reicht. Die von Hans Klammer einstudierten Sketches bleiben vielen in bester Erinnerung.

Gekleidet waren die Musiker meist mit einem Steireranzug. Auf Fotos sehen wir Musiker auch mit kurzer Lederhose. In einer Mitteilung aus dem Jahre 1898 heißt es, dass die Kapelle anlässlich des Kaiser Jubiläumsfestes als Feuerwehrkapelle auftrat.

1935 bis 1938 wiederum tragen die Musiker die Bergknappentracht, d.h. für einige Jahre existierte eine Knappenkapelle. Seit 1979 tragen die Musiker eine Tracht, die in Zusammenarbeit mit dem Steirischen Volkskundemuseum unter Beratung von Frau Dr. Holaubek zusammengestellt wurde.

Eine Musikkapelle braucht auch einen entsprechenden Probenraum. Die Anfänge waren ärmlich: privat bei Musikern, in einer alten Mühle (Primitz), in Gasthäusern (Steinegger), im Keller der alten Hauptschule, auf der Bühne des Volksschulfestsaales. 1979 konnten wir die ehemalige Hauskapelle des Redemptoristenklosters zu einem Probenraum umbauen und 1992 wurde der 2.Stock der Hauptschule im Klostergebäude zum Probenraum, Aufenthaltsraum und Archiv adaptiert.

Großer Wert der Blasmusik liegt aber auch in kulturpolitischer Sicht, in der außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Vertreter aller Bevölkerungskreise sind hier tätig, neben dem Bauern sitzt der Beamte, neben dem Industriearbeiter der Lehrer, neben dem ÖBB-Bediensten der Lehrling, der Schüler. Kameradschaftspflege spielt daher eine besonders große Rolle. Der junge Mensch lernt in der Gemeinschaft seine Rolle, seine Aufgabe zu erfüllen. Sinnvolle Freizeitgestaltung ist oberstes Gebot.

Als Entschädigung für die vielen Ausrückungen, aber auch zur Förderung der Kameradschaft werden Ausflüge und Konzertreisen veranstaltet. Beinahe jedes Bundesland Österreichs wurde schon besucht, auch Italien, Südtirol waren Ziele der Ausflüge. Konzerte auf Helgoland, auf Amrum, in Husum und anderswo im Norden Deutschlands brachten viele Sympathien.

Seit dem Jahre 1980 pflegen wir einen intensiven Kontakt mit unserer Partnerkapelle Schlier (im Raum Ravensburg).

Auf Bezirksebene werden seit dem Jahre 1984 Kurse und Prüfungen zum Jungmusikerleistungsabzeichen  abgehalten. Mittlerweile haben in unserer Kapelle 29 Jungmusiker/Innen die Prüfung für Bronze und 15 für Silber, zum Großteil mit ausgezeichnetem Erfolg, bestanden. Mit besonderem Stolz können wir auch 3 Goldene hier nennen: Eixelsberger Jens, Eixelsberger Jörg und Angerer Gregor.

Unsere Kapelle nahm an verschiedenen Wettbewerben auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene teil. Die schönsten Erfolge waren: Konzertwertung in der Stufe C in Niklasdorf 1997 mit einem ausgezeichneten Erfolg. Marschmusikwertung in der Höchststufe ein zweimaliger ausgezeichneter Erfolg, Mautern 1996  und St. Michael 2004. Beim Spiel in kleinen Gruppen steigerten sich unsere Musiker in der Höchststufe mit ausgezeichneten Erfolgen auf Bezirks- und Landesebene bis zum Bundeswettbewerb in Vaduz 2002. (Mag. Friedrich Pfatschbacher, Jens Eixelsberger, Jörg Eixelsberger, Gregor Angerer und Michael Dreer). Der Lohn für Marsch- und Konzertwertungen war der zweimalige Erhalt des Steirischen Panthers durch den Landeshauptmann.

Unsere Kapelle spielt in verschiedenen Formationen:

Gesamtkapelle: Leitung Roland Ganzer

Big Band: Leitung Jens Eixelsberger

Bauernmusik: Leitung Johann Pollinger

Weisenbläser, Jodlerbläser und Klarinettengruppen. Diese Formationen sind auch auf einer CD zu hören, die 2001 produziert wurde.

 

39 Musiker, 12 Musikerinnen und 2 Marketenderinnen zählt derzeit die Ortsmusikkapelle Mautern.

 

Nicht nur großartige Bezirksmusikertreffen in den Jahren 1961, 1985 und 1996 (geplant wird derzeit 2006) fanden in Mautern statt, die Musiker wagten sich auch große Zeltfeste zu veranstalten mit bekannten Kapellen wie „Die Paldauer“, „Das Dolomiten Sextett“, „Die Kathreiner“.  Besonders beliebt waren auch die Tennenfeste in der Schwarzenberger Tenne.

Im sportlichen Bereich sind das Eisschießen oder Fußballspielen gegen andere Vereine (Feuerwehr) zu nennen. Seit 1974 findet das Bezirksmusikerschirennen statt. Die Musiker/Innen errangen vor allem in den letzten 15 Jahren großartige Siege, so konnte durch mehrmaligen Mannschaftssieg zweimal der Wanderpokal in Mautern bleiben. Mautern war einige  Male Austragungsort dieser Rennen.

Bisherige Treffen mit der Ortsmusikkaplle Mautern

Treffen in Mautern

14.08. – 16.08.1981 110 JAHRE OMK MAUTERN

14.08 Gemütliches Beisammensein in der Tenne

abwechselnd wurde gespielt

15.08 Konzert MV Schlier in der Tenne 19-21 Uhr

16.08. Frühschoppenkonzert MV Schlier

08.07. – 10.07.1988

08.07. Konzert MV Schlier im Zelt

09.07. Konzert MV Schlier im Zelt 19.30 – 21 Uhr

10.07. Spiel beider Kapellen beim Gottesdienst am Hauptplatz

Frühschoppenkonzert MV Schlier

14.07. – 16.07.1995

14.07. Gemütliches Beisammensein

Konzert MV Schlier im Zelt

16.07. Spiel beider Kapellen beim Gottesdienst am Hauptplatz

Frühschoppenkonzert MV Schlier

22.06 – 24.06.2001 130 JAHRE OMK MAUTERN/ 20 JAHRE PARTNERSCHAFT

22.06. Totengedenken Kriegerdenkmal

Konzert MV Schlier im Zelt 19.30 – 21 Uhr

24.06. Spiel beider Kapellen beim Gottesdienst am Hauptplatz

Treffen in Schlier

15.08. – 17.08.1980

15.08. Gemütliches Beisammensein

16.08. Abends Spiel bei der Hl. Messe in der Kirche,

anschliessend Konzert der Ortsmusikkapelle Mautern

17.08. Frühschoppenkonzert der Ortsmusikkapelle Mautern

26.09. – 28.09.1986 80 JAHRE MUSIKVEREIN SCHLIER- ANKENREUTE

26.09 Festakt und Konzert der OMK Mautern

28.09. Spiel bei der hl. Messe in der Festhalle

Frühschoppenkonzert OMK Mautern

06.07. – 08.07.1990

06.07. Gemütliches Beisammensein in der Festhalle

Konzert der OMK Mautern in der Halle 20.00 – 22 Uhr

08.07. Spiel beider Kapellen Hl. Messe in der Halle

Frühschoppenkonzert OMK Mautern

27.09. – 29.09.1996 90 JAHRE MUSIKVEREIN SCHLIER- ANKENREUTE

27.09. Konzert der OMK Mautern

29.09 Spiel beider Kapellen beim Gottesdienst

Frühschoppenkonzert OMK Mautern

03.09. – 05.09.2004 AUSFLUG NACH SCHLIER OHNE INSTRUMENTE